Die Grünen-Abgeordneten Dr. Paula Piechotta und Jürgen Kasek aus Leipzig debattierten mit den Geschäftsführern der Grünhorn-Gruppe über Gefahren für deutsche Cannabis-Unternehmen, die in Vorleistung gegangen sind und vergeblich auf eine Entscheidung der Politik warten.
Leipzig, 14. Februar 2024
Die Legalisierung von Cannabis steht aktuell weit oben auf der politischen Agenda. Bei den Grünen ist das nicht erst seit gestern so. Ärztin und Bundestagsabgeordnete für Sachsen, Dr. Paula Piechotta, und Rechtsanwalt und Mitglied des Leipziger Stadtrats, Jürgen Kasek, setzen sich seit Jahren leidenschaftlich für das Thema ein. Am 14. Februar besuchten sie im Kontext der aktuellen Ereignisse die Grünhorn-Apotheke in Leipzig, ein Teil von Deutschlands größter Cannabis-Gruppe, Grünhorn.
Grünhorn ist mit 140 Mitarbeitenden ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und ein bedeutender Wirtschaftstreiber. Sven-Roger von Schilling, Geschäftsführer der Schurer Pharma & Kosmetik GmbH (Grünhorn-Gruppe): „Im letzten Jahr haben wir einen mittleren einstelligen Millionenbetrag in die Hand genommen, um uns mit Automatisierung, F&E und mehr Personal auf die Legalisierung und die Verdopplung des Cannabis-Volumens einzustellen. Wir warten wie viele andere Unternehmen immernoch auf den Startschuss. Jetzt ist es wichtig, dass die Politik, das Versprechen einlöst, um Kündigungswellen oder Schließungen bei Startups zu verhindern, die in Vorleistung gegangen sind!“
Dr. Paula Piechotta und Jürgen Kasek (Die Grünen) setzen sich dafür ein, dass die Leipziger Wirtschaft von der Cannabis-Legalisierung profitiert und weiterwächst. Gerade habe Leipzig die 1 Mrd. Marke Gewerbesteuer-Einnahmen geknackt. Diesen positiven Trend gelte es nun weiter zu fördern, so die PolitikerInnen. Wichtig ist es für sie in dem Kontext auch, den Schwarzmarkt auszutrocknen. Grünhorn Gründer Stefan Fritsch: „Wir sind hundertprozentig der gleichen Meinung! Viele Patientinnen und Patienten greifen zu Straßen-Ware, weil Verschreibungen für sie schwer zu bekommen und bürokratische Hürden zu hoch sind. Dabei liegen Welten zwischen den kontrollierten Qualitäten aus der Apotheke oder vom Straßendealer. Auf dem Schwarzmarkt sind die Blüten häufig mit Quarzsand oder synthetischen Cannabinoiden verunreinigt, die süchtig machen und zum Tod führen können.“
Weitere wichtige Punkte, die diskutiert wurden:
- Pharmazeutische Qualität: Cannabis in Reinqualität darf keinen Schimmel aufweisen – darum ist es wichtig, dass die Blüten bereits beim Anbau so wenig mikrobielle Verunreinigen haben wie möglich.
- Zugang: ÄrztInnen müssen den Zugang vereinfachen, um die Abwanderung von PatientInnen auf den Schwarzmarkt zu verhindern. Kassen dürfen nicht die Kosten auf die PatientInnen abwälzen. Der Abbau von Hürden bei der Beantragung einer med. Cannabistherapie steht im Fokus.
- Preis: Durch professionelle Strategien konnten Preise für pharmazeutische Qualität erreicht werden, die die des Schwarzmarktes schlagen. So können auch PatientInnen pharmazeutisch geprüfte Blüten erwerben, die ihr Rezept nicht von der Kasse erstattet bekommen.

