{"id":14681,"date":"2024-09-27T13:22:05","date_gmt":"2024-09-27T13:22:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruenhorn.group\/?p=14681"},"modified":"2024-10-11T14:31:02","modified_gmt":"2024-10-11T14:31:02","slug":"6-monate-cannabis-legalisierung-erstes-fazit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruenhorn.group\/en\/6-monate-cannabis-legalisierung-erstes-fazit\/","title":{"rendered":"6 Months of Cannabis Legalization: First Assessment"},"content":{"rendered":"<p>Von Stefan Fritsch, CEO der Gr\u00fcnhorn Gruppe<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich 2020 Gr\u00fcnhorn gr\u00fcndete, war mir bewusst, dass der deutsche Medizinalcannabis-Markt ein enormes Potenzial birgt. Was ich jedoch im ersten Halbjahr nach der Teillegalisierung im April 2024 erlebte, \u00fcbertraf selbst unsere optimistischsten Prognosen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachfrage nach medizinischem Cannabis ist rasant gestiegen, und die Gr\u00fcnhorn Gruppe in Leipzig musste sich schnell an die neuen Gegebenheiten anpassen. Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Cannabisgruppe mit dem gr\u00f6\u00dften Cannabisvolumen \u2013 20 Prozent aller Cannabis-Rezepte laufen \u00fcber Gr\u00fcnhorn \u2013 m\u00f6chte ich einige der wichtigsten Erkenntnisse teilen, die wir w\u00e4hrend dieser intensiven Phase gewonnen haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Explosion der Nachfrage: Suche nach alternativen Behandlungsoptionen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Teillegalisierung hat den Zugang zu Cannabis drastisch vereinfacht. Unsere Daten zeigen, dass sich der Markt f\u00fcr verschreibungspflichtiges Cannabis innerhalb weniger Monate verdoppelt bis verdreifacht hat. Vor allem unsere eigene Cannabis-Apotheke, die gr\u00f6\u00dfte Online-Versandapotheke Deutschlands in diesem Bereich, konnte einen beispiellosen Anstieg neuer Patientinnen und Patienten verzeichnen. Allein diese Zahl hat sich verf\u00fcnffacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Zuwachs betrifft nicht nur schwerkranke Patientinnen und Patienten wie bisher, sondern durch die neue Gesetzgebung auch Menschen, die unter weit verbreiteten Beschwerden wie Migr\u00e4ne, chronischen R\u00fcckenschmerzen, Schlafproblemen und Stress leiden. Diese Patientengruppen profitieren besonders von der vereinfachten Verordnung und Verf\u00fcgbarkeit von medizinischem Cannabis, denn sie k\u00f6nnen nun relativ einfach Rezepte \u00fcber Telekliniken oder Arztpraxen erhalten. F\u00fcr viele Menschen ist es eine echte Erleichterung, dass sie mit der Einnahme von Cannabisextrakten oder -kapseln sowie der Inhalation von Cannabisbl\u00fcten auf eine nat\u00fcrliche Behandlungsmethode zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, die rund 100 Jahre durch gesetzliche Restriktionen eingeschr\u00e4nkt war. Dabei war Cannabis zuvor ein bew\u00e4hrtes Heilmittel und fr\u00fcher in vielen Medizinschr\u00e4nken zu finden. Probleme in den Bereichen Schmerzwahrnehmung, Schlaf, Stimmung, Appetit usw. lassen sich mit Cannabinoiden aus der Cannabispflanze \u00fcber das menschliche Endocannabinoidsystem ansteuern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Automatisierung als Schl\u00fcssel zur Effizienzsteigerung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um dieser gesteigerten Nachfrage durch die Entnahme von Cannabis aus dem Bet\u00e4ubungsmittelgesetz gerecht zu werden, mussten wir unsere Produktionsprozesse optimieren. Bei Cannabis handelt es sich nach deutscher Regelung n\u00e4mlich immer um ein Rezepturarzneimittel, das in der Apotheke hergestellt werden muss. Ein bedeutender Fortschritt war hier unser automatisiertes Warenlager sowie die Teil-Automatisierung der Abf\u00fcllung von Cannabisbl\u00fcten in der Defektur. W\u00e4hrend andere Apotheken in Deutschland noch auf manuelle Prozesse setzen und Apotheker:innen Bl\u00fcte f\u00fcr Bl\u00fcte in die Beh\u00e4ltnisse legen, haben wir bei Gr\u00fcnhorn ein Verfahren entwickelt, das es uns erm\u00f6glicht, bis zu 60 Gl\u00e4ser pro Minute abzuf\u00fcllen \u2013 schnell, aber gleichzeitig sehr schonend f\u00fcr die empfindlichen Bl\u00fcten und ihre Wirkstoffe.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Schritt war dringend notwendig, denn der deutsche Markt leidet besonders am Wirtschaftsstandort Ostdeutschland unter einem massiven Mangel an pharmazeutisch ausgebildetem Personal. Gr\u00fcnhorn hat seinen Sitz in Sachsen und versucht seit Jahren, mit der Politik vor Ort zu guten L\u00f6sungen zu gelangen, um den Aufschwung durch Medizinunternehmen weiter voranzutreiben. Bestimmte Aufgaben, wie die Zubereitung von Cannabispr\u00e4paraten, d\u00fcrfen jedoch nach wie vor ausschlie\u00dflich von Apotheker:innen oder geschultem PTA-Personal durchgef\u00fchrt werden. Angesichts dieser Engp\u00e4sse war die Automatisierung der entscheidende Weg, um das Gesch\u00e4ft zu skalieren und gleichzeitig die streng kontrollierte und regulierte Qualit\u00e4t der Produkte zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Besserer Zugang durch neue Regelungen und bessere Forschung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein entscheidender Fortschritt war die j\u00fcngste \u00c4nderung der Cannabis-Gesetzgebung, die es spezialisierten \u00c4rztinnen und \u00c4rzten unter bestimmten Bedingungen erm\u00f6glicht, Cannabis ohne vorherige Genehmigung durch die Krankenkassen zu verschreiben. Dies verk\u00fcrzt nicht nur die Wartezeiten f\u00fcr Patient:innen erheblich, sondern gibt den \u00c4rzten auch mehr professionelle Autonomie, ihre medizinischen Entscheidungen unabh\u00e4ngig von b\u00fcrokratischen H\u00fcrden zu treffen. Zugleich bedeutet dies eine deutliche Legitimation und Anerkennung von Cannabis als ernstzunehmendes Medikament \u2013 eine Entwicklung, f\u00fcr die ich von Anfang an eingetreten bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Grundpfeiler f\u00fcr diese Anerkennung sowie einen damit einhergehenden besseren und kontrollierten Zugang zu Cannabisprodukten ist die Forschung und Aufkl\u00e4rung, die aufgrund des Cannabisverbots \u00fcber viele Jahre zu kurz gekommen sind. In den letzten Monaten der Teillegalisierung habe ich festgestellt, wie gro\u00df der Nachholbedarf in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung von Cannabis ist. Die Einstellungen vieler Menschen sind immer noch von alten Vorurteilen gepr\u00e4gt, die Cannabis mit gef\u00e4hrlichen Drogen gleichsetzen. Dieser Wissensmangel ist besorgniserregend und zeigt, wie stark die jahrzehntelange Prohibition die Forschung und Aufkl\u00e4rung behindert hat. Aus diesem Grund haben wir die Gr\u00fcnhorn-Akademie gegr\u00fcndet, eine Plattform, die sich der Aufkl\u00e4rung und Forschung widmet. \u00dcber Podcasts, Artikel und Interviews bieten wir sowohl Patienten als auch \u00c4rzten fundierte Informationen \u00fcber die medizinischen Vorteile von Cannabis. Unser Ziel ist es, nicht nur medizinisches Fachpersonal, sondern auch die breite \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die tats\u00e4chlichen Potenziale und Risiken von Cannabis aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch unser eigenes Labor haben wir Zugang zu umfangreichen Analysen von Terpenen und Cannabinoiden, die direkt in die Produktentwicklung einflie\u00dfen. Anders als viele Marktteilnehmer, die Cannabisprodukte nach Deutschland importieren, entwickeln wir unsere eigenen Sorten basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist unser digitales &#8222;Bl\u00fctenfinder&#8220;-Tool, das Patienten und \u00c4rzten erm\u00f6glicht, die richtige Sorte basierend auf ihrer gew\u00fcnschten Wirkung zu finden \u2013 ob z.B. beruhigend, energetisierend oder schmerzlindernd. Die Kombination aus wissenschaftlicher Expertise und praktischer Anwendbarkeit hilft uns, Patienten eine gezielte und personalisierte Therapie zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Kampf gegen den Schwarzmarkt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der positiven Entwicklungen stehen wir noch vor gro\u00dfen Herausforderungen. Ein zentrales Problem bleibt der Schwarzmarkt, der nach wie vor viele Patienten anzieht, da der Zugang zu medizinischem Cannabis f\u00fcr einige immer noch zu kompliziert ist. Hier sehe ich eine der gr\u00f6\u00dften Aufgaben f\u00fcr die Zukunft: Den Zugang zu sauberem, hochwertigem und sicherem Cannabis weiter zu vereinfachen und dabei den Schwarzmarkt auszutrocknen. Wir bei Gr\u00fcnhorn arbeiten daran, diesen Prozess so einfach und transparent wie m\u00f6glich zu gestalten. Gleichzeitig stehen wir in engem Austausch mit \u00c4rzten und Regulierungsbeh\u00f6rden, um durch fachliche Aufkl\u00e4rung Vorbehalte und&nbsp; b\u00fcrokratische H\u00fcrden weiter abzubauen. Der Markt f\u00fcr medizinisches Cannabis birgt noch enormes Potenzial, und ich freue mich darauf, dieses gemeinsam mit meinem Team weiter zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, doch es bleibt noch viel zu tun. Die Gr\u00fcnhorn Gruppe setzt sich daf\u00fcr ein, den Markt zu professionalisieren, die Qualit\u00e4t zu sichern und die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern. Die ersten sechs Monate waren erst der Anfang \u2013 die Zukunft einer ad\u00e4quaten Versorgung mit medizinischem Cannabis in Deutschland hat gerade erst begonnen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.gruenhorn.group\/en\/\">www.gruenhorn.group<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Artikel ist auch hier erschienen: <a href=\"https:\/\/www.businesstalk-kudamm.com\/gastbeitreage\/sechs-monate-cannabis-teillegalisierung-ein-expertenfazit\/\">Sechs Monate Cannabis-Teillegalisierung: Ein Expertenfazit &#8211; Businesstalk am Kudamm (businesstalk-kudamm.com)<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.gruenhorn.group\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/stefan-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14124\" srcset=\"https:\/\/www.gruenhorn.group\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/stefan-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.gruenhorn.group\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/stefan-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.gruenhorn.group\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/stefan-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.gruenhorn.group\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/stefan-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.gruenhorn.group\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/stefan-1-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.gruenhorn.group\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/stefan-1-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Stefan Fritsch, CEO der Gr\u00fcnhorn Gruppe Als ich 2020 Gr\u00fcnhorn gr\u00fcndete, war mir bewusst, dass der deutsche Medizinalcannabis-Markt ein enormes Potenzial birgt. 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