{"id":13562,"date":"2024-05-31T08:09:13","date_gmt":"2024-05-31T08:09:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruenhorn.group\/?p=13562"},"modified":"2024-08-01T12:00:51","modified_gmt":"2024-08-01T12:00:51","slug":"cannabis-hilft-gegen-meine-rueckenschmerzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruenhorn.group\/de\/cannabis-hilft-gegen-meine-rueckenschmerzen\/","title":{"rendered":"\u201eCannabis hilft gegen meine R\u00fcckenschmerzen!\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Am 4. Juni 2024 lenkt der 13. \u201eAktionstag gegen den Schmerz\u201c der Deutschen Schmerzgesellschaft die Aufmerksamkeit auf chronische Schmerzen, die in Deutschland zw\u00f6lf Millionen Menschen betreffen. 60 Prozent der Deutschen leiden gelegentlich an R\u00fcckenschmerzen. Schmerzpatient Michael L. erkl\u00e4rt, wie ihm Cannabis geholfen hat.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kurz nach der Teillegalisierung von Cannabis titelten Zeitungen: \u201eWird Cannabis das neue Ibuprofen 600?\u201c Gemeint war: Schon lange wird die Pflanze gegen Schmerzen eingesetzt. Bis in die 1930 Jahre war sie in Deutschland in Apotheken erh\u00e4ltlich. Erst mit dem Opiumgesetz (1929) und der folgenden Prohibition verschwand Cannabis aus den Medizinschr\u00e4nken der Deutschen. Seit April ist es wieder erlaubt; Medizinalcannabis auf Rezept sogar schon seit 2017. Laut einer Begleiterhebung wurde es seither zu 73 Prozent im Rahmen einer Schmerztherapie verordnet \u2013 zum Beispiel bei Verspannungsschmerzen, R\u00fcckenschmerzen, Regelschmerzen, Kopfschmerzen oder auch Endometriose-Schmerzen (Gr\u00fcnhorn berichtete).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schmerzpatient f\u00fchlt sich seit Legalisierung sicher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den 30-j\u00e4hrigen Schmerzpatienten Michael L. aus M\u00fcnchen bedeutet die Teil-Legalisierung von Cannabis einen gro\u00dfen Fortschritt. Seit seiner Jugend und einem mehrfachen Bandscheibenvorfall leidet der pharmazeutisch-kaufm\u00e4nnische Angestellte wie ca. 60 Prozent der Deutschen unter R\u00fcckenschmerzen. Sein Hobby, Handballspielen, musste er aufgeben:\u00a0\u201eIch habe alles versucht von Tilidin bis hin zu anderen Opiaten. Geholfen hat mir 2018 Cannabis auf Rezept, aber nur, weil ich einen Arzt hatte, der sich gut damit auskennt. Ich habe keine Nebenwirkungen\u201c. Michael L. kombiniert Bl\u00fcten, die er im Vaporizer verdampft, und Cannabisextrakte. Im Gegensatz zum Inhalieren der getrockneten Bl\u00fcten wirken diese \u00e4hnlich wie Retard-Medikamente l\u00e4nger und bringen Schmerzpatienten wie ihn besser durch die Nacht. Au\u00dferdem wollte der Patient in Bayern, wo das Cannabisverbot besonders restriktiv ausgelegt wurde, nicht durch Cannabisgeruch auffallen:\u00a0\u201eDas war eine Belastung, da man schnell in ein falsches Licht gestellt wurde\u201c, sagt er.\u00a0\u201eIch f\u00fchlte mich schlecht behandelt, wenn ich Cannabis im Rahmen meiner Schmerztherapie konsumiert habe \u2013 obwohl ich nichts Verbotenes getan habe. Ich bin froh, dass diese Zeit nun vorbei ist und ich mich sicher f\u00fchlen darf.\u201c<em>\u00a0<\/em>Heute kann er wieder seinem Beruf als PKA in der Apotheke ohne gr\u00f6\u00dfere Probleme nachgehen:\u00a0\u201eM\u00fcde oder leicht sediert bin ich nur gelegentlich, mittlerweile bin ich gut eingestellt und mir geht es generell viel besser\u201c,\u00a0sagt er. So k\u00f6nne er sich wieder mit Freunden treffen und am Sozialleben teilnehmen. Jetzt w\u00fcnsche er sich, dass sich mehr Mediziner:innen f\u00fcr die Cannabistherapie \u00f6ffnen, als es vor der Legalisierung der Fall war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schmerz-Arzt sieht klare Vorteile in der Cannabistherapie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wertvolle Erkenntnisse liefert auch der Behandlungsalltag in der Cannabistherapie, wie ihn Dr. Horst Bettstetter t\u00e4glich erlebt. Der Schmerztherapeut arbeitet am Schmerzzentrum Inn-Salzach, einer interdisziplin\u00e4ren Einrichtung der ganzheitlichen Schmerztherapie:\u00a0\u201eMittlerweile habe ich tausende Menschen erfolgreich und mit kaum Nebenwirkungen mit medizinischem Cannabis gegen Schmerzen therapiert\u201d, sagt Dr. Horst Bettstetter.\u00a0\u201eBei chronischen Schmerzen, insbesondere R\u00fcckenschmerzen, kann medizinisches Cannabis Symptome lindern und die Lebensqualit\u00e4t verbessern \u2013 bei deutlich weniger Nebenwirkungen im Vergleich zu Opiaten.\u201c\u00a0In einer eigenen Erhebung mit Fibromyalgie-Patient:innen, die unter chronischen Schmerzen am ganzen K\u00f6rper leiden, verzeichnete Dr. Bettstetter eine signifikante Reduktion der erlebten Schmerzen. Allerdings besteht ein entscheidender Unterschied zwischen Cannabis und Pillen: Es gibt rund 200 Cannabis-Bl\u00fcten \u2013 und jede kann je nach individuellem CBD-, THC- und Terpengehalt anders wirken. Auch auf die passende Dosierung kommt es an. Daher verzeichnet nicht jeder Arzt und nicht jede \u00c4rztin direkt Erfolge. Sie m\u00fcssen sich ausreichend mit Medizinalcannabis befassen und sich an die ideale Therapie herantasten:\u00a0\u201eWichtig ist, sonstige Medikation und Vorerkrankungen zu beachten, um die bestm\u00f6gliche Wirkung zu gew\u00e4hrleisten und Begleiterscheinungen zu minimieren\u201c, sagt Dr. Bettstetter. Daher lege er viel Wert auf einen guten Austausch mit seinen Patient:innen und empfiehlt ihnen, eventuell mehrere Sorten auszuprobieren. Dazu gibt es Online-Berater wie den Bl\u00fcten-Finder der Gr\u00fcnhorn-Apotheke, der die passenden Bl\u00fcten je nach Therapieziel empfiehlt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Moderate bis starke Evidenz f\u00fcr Medizinalcannabis bei chronischen Schmerzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Forscherinnen Mary Lnych und Penny Whiting haben zahlreiche Studien ausgewertet und kamen zum Ergebnis, dass Cannabis in der Schmerztherapie wirksam und vergleichsweise sicher sein kann. Dr. rer. nat. Nadine Herwig, Leiterin der Gr\u00fcnhorn Academy erkl\u00e4rt:\u00a0\u201eStudien zeigen eine moderate bis starke Evidenz f\u00fcr die Wirksamkeit von Medizinalcannabis bei chronischen Schmerzen und Potenzial zur Reduzierung von Opioiden. Die Cannabinoide docken am Endocannabinoidsystem im K\u00f6rper an, wo u.a. das Schmerzempfinden reguliert wird. Auch die entz\u00fcndungshemmenden Eigenschaften k\u00f6nnen dazu beitragen, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualit\u00e4t von Millionen von Menschen zu verbessern.\u201c\u00a0Da Cannabis bei jedem Menschen ein wenig anders wirken kann und die Studienlage aufgrund des langen Verbots noch L\u00fccken aufweist, ist die Deutsche Schmerzgesellschaft vorsichtig in ihren Empfehlungen:\u00a0\u201eAls m\u00f6gliche Einsatzgebiete f\u00fcr cannabisbasierte Medikamente gelten derzeit insbesondere chronische Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen), Spastik (langandauernde Muskelverkrampfung) bei Multipler Sklerose sowie Appetitlosigkeit, \u00dcbelkeit und Erbrechen bei Krebserkrankungen unter Chemotherapie.\u201d\u00a0Neben getrockneten Bl\u00fcten, die inhaliert werden, gibt es Extrakte und Kapseln zur Einnahme, die die Deutsche Schmerzgesellschaft aufgrund der derzeitigen Studienlage zur Wirksamkeit bevorzugt (ebda.).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnhorn Apotheke ist der f\u00fchrende Anbieter von medizinischem Cannabis in Deutschland. Jedes dritte Rezept wird in der Leipziger Apotheke eingereicht. Die Neuklassifizierung als Nicht-Bet\u00e4ubungsmittel bedeutet deutlich weniger b\u00fcrokratische H\u00fcrden, da keine Bet\u00e4ubungsmittelrezepte mehr n\u00f6tig sind. Wie bei anderen Arzneimitteln auch, gen\u00fcgt nun ein E-Rezept: \u201eDamit einhergehend konnten wir eine Verdopplung der Rezepteing\u00e4nge verzeichnen\u201c, sagt Stefan Fritsch, Gr\u00fcnder und CEO der Gr\u00fcnhorn Gruppe. Vor der Legalisierung und der einfacheren Verschreibung \u00fcber das Internet gingen viele Patient:innen \u00fcber den Schwarzmarkt, da \u00c4rzt:innen die Behandlung ablehnten.\u00a0\u201eDer vereinfachte Zugang hilft im Sinne der Bundesregierung, den Schwarzmarkt auszutrocknen und die Patient:innen mit reinem medizinischen Cannabis in Pharmaqualit\u00e4t zu versorgen, das nicht mit Schimmel, Blei oder Haarspray verunreinigt wurde, wie es auf der Stra\u00dfe h\u00e4ufig der Fall ist\u201c, erg\u00e4nzt Fritsch.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr weitere Informationen empfehlen wir den Fachartikel der Gr\u00fcnhorn Academy zum Thema \u201eCannabistherapie bei Schmerz\u201c und den Gr\u00fcnhorn Academy Podcast mit Dr. Nadine Herwig und Dr. Bettstetter. F\u00fcr Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an die Unternehmenskommunikation.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC7932947\/<\/li>\n\n\n\n<li>https:\/\/rdcu.be\/dd6xn<\/li>\n\n\n\n<li>Whiting, P. F., Wolff, R. F., Deshpande, S., Di Nisio, M., Duffy, S., Hernandez, A. V., Keurentjes, J. C., Lang, S., Misso, K., Ryder, S., Schmidlkofer, S., Westwood, M., &amp; Kleijnen, J. (2015). Cannabinoids for Medical Use: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA, 313(24), 2456\u20132473.<\/li>\n\n\n\n<li>Lynch ME, Campbell F. Cannabinoids for treatment of chronic non-cancer pain; a systematic review of randomized trials. Br J Clin Pharmacol. 2011 Nov;72(5):735-44.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 4. 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